Forschung
Capital Imports and Economic Growth in Developing Countries (Kapitalimporte und wirtschaftliches Wachstum in Entwicklungsländern)
We demonstrate that the Post-Keynesian Two-Gap Model merits its destiny as a ghost in economic discussions not only as a result of the well-known neoclassical criticism on its assumptions but also because of its general inconsistency. If adjusted for this inconsistency the Two-Gap Model, which stresses the limits to growth set by domestic savings (savings gap), and foreign currency reserves (foreign currency gap), turns into a Harrod-Domar-type One-Gap Model with domestic savings and capital inflows as sole determinants defining a country's limitations to grow economically.
Instead we are proposing an extended structural closed economy one-sector neoclassical growth model which could be applied to a small open low income country (LIC) where the growth potential is highly restrained by too low domestic savings and by foreign exchange shortages. This model demonstrates that development strategies which rely on net borrowing abroad leads to a position of sustainable foreign indebtedness (provided that all capital imports are used for investment financing) but such strategy in general turns out to be immiserizing (s. simulation results).
Wirtschaftswachstum und Waldnutzung in Entwicklungsländern
Waldschutzwirkung | Jährlicher Niveaueffekt (BIP-Verlsut in $) | Jährlicher Wachstumsrateneffekt (BIP-Verlust in $) | Quantitative Aussagen für ... Tropenstaaten |
10-prozentige Reduktion der Wertschöpfung in der Forstwirtschaft | 662.864.147 | 137.576.391 | 11 |
10-prozentige Reduktion in der Wertschöpfung der Forst- und Holzwirtschaft | 1.303.849.015 | 413.893.305 | 11 |
10-prozentige Reduktion der Erlöse aus der Ausfuhr von Holz und Waren aus Holz | 1.181.624.178 | 8.552.247 | 65 |
Summe | 3.148.337.340 | 560.021.943 |
Großangelegter Waldschutz in den Tropen führt in den in der Regel einkommensarmen Tropenstaaten zu Wachstumsverlusten in erheblicher Höhe, die auf der Basis eines neoklassischen Wachstumsmodells empirisch geschätzt wurden. Sie wollen wissen, wie die Zahlen hergeleitet wurden und welche Implikationen sich aus dem empirischen Befund ergeben?
Löwenstein, W. (2004): Opportunitätskosten des Waldschutzes in den Tropen. In: Perspektiven forstökonomischer Forschung [Volker Bergen gewidmet zum 65. Geburtstag]. Hrsg. von W. Löwenstein, R. Olschewski, H.D. Brabänder, B. Möhring. (Schriften zur Forstökonomie Bd. 25). Frankfurt/M,. S. 100.
Löwenstein, W. (2004): Waldnutzung und ökonomische Entwicklung in den Tropen - theoretische Analysen und empirische Befunde. (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Reihe A: Angewandte Wissenschaft, Heft 503). Landwirtschaftsverlag. Münster. Kap. 6 bis 8.
Außenhandel mit Holz und Holzprodukten
Seit den 1960er Jahren entdecken viele Tropenstaaten das Nutzungspotential ihrer Wälder und setzen ihre Waldbestände zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung ein. Im Zentrum der forst- und holzwirtschaftspolitischen Maßnahmen stehen dabei Anreize, die die waldnutzenden Wirtschaftszweige zu einer verstärkten Wald- und Holznutzung bewegen sollen, um somit stärkere Impulse für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu generieren.
Im Rahmen einer mikroökonomischen Partialanalyse, die zwei Staaten - ein Tropenland und den Rest der Welt - und deren Interaktion auf interdependenten Märkten für Nutzholz und Holzwaren explizit modelliert, werden die Wachstumsimpulse untersucht, die von Fördermaßnahmen für Forst- und Holzwirtschaft ausgehen. Die Analyse erfolgt vor dem Hintergrund unterschiedlicher Regime, die für den Außenhandel mit Nutzholz gelten. Dies ist zum einen der Nutzholzfreihandel und zum anderen ein Nutzholzexportverbot, das von Staaten in den Tropen als Instrument der strategischen Handelspolitik verhängt wurde. Beide Außenhandelsregime sind in der Realität anzutreffen und werden daher beide als Rahmenbedingung für die Analyse forst- und holzwirtschaftspolitischen Instrumenteneinsatzes modelliert. Instrumente, die sich für forst- und holzwirtschaftspolitische Interventionen in den Tropen besonderer Beliebtheit erfreuen sind Entgelte, die Forst- und Einschlagsbetriebe pro Festmeter genutzten Holzes an den Waldbesitzer - den Staat - abzuführen haben. Außerdem lassen sich insbesondere in der Holzwirtschaft vielfältige Formen von Subventionszahlungen beobachten, die der Staat an den Holzbe- und -verarbeitern gewährt.
Sie wollen wissen, welche Wachstumsimpulse durch diese Instrumente in den zwei Handelsregimen erzeugt werden?
Löwenstein, W. (2004): Waldnutzung und ökonomische Entwicklung in den Tropen - theoretische Analysen und empirische Befunde. (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Reihe A: Angewandte Wissenschaft, Heft 503). Landwirtschaftsverlag. Münster. Kap. 10.
Bergen, V.; Löwenstein, W.; Olschewski, R. (2002): Forstökonomie - Volkswirtschaftliche Grundlagen. Verlag Franz Vahlen. München. Kap. 23.
Anreize für die Zerstörung tropischer Wälder
3 Ansätze zur Erklärung der Waldzerstörung in den Tropen:
Die Ignoranzhypothese geht davon aus, dass die Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik und Verwaltung in den Tropen zu ungebildet und ignorant sind, um die negativen ökonomischen und ökologischen Konsequenzen der Waldzerstörung zu erkennen. Politik- und Marktversagen sind ihnen als Ursachen unbekannt. Sie ergreifen deshalb keine Maßnahmen, um den Rückgang der Waldflächen zur verlangsamen oder zu stoppen.
Die Kriminalitätshypothese postuliert die Existenz korrupter und krimineller Netzwerke von Entscheidungsträgern in der Forst- und Holzwirtschaftspolitik und den im Holzeinschlag und der Holzindustrie tätigen Unternehmern. Dieses alles überwölbende Netzwerk profitiert von der zerstörerischen Nutzung der Wälder in den Tropen und trifft daher keine einschlägigen Gegenmaßnahmen, was in der gesamten Region zu Bestandsverlusten führt.
Die Irrelevanzhypothese geht schließlich davon aus, dass die Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik und Verwaltung in den Tropen um die negativen ökonomischen und ökologischen Konsequenzen der Waldzerstörung wissen, Politik- und Marktversagen als Ursachen erkennen, aber deshalb keine Maßnahmen ergreifen, um den Rückgang der Waldflächen zur verlangsamen oder zu stoppen, da sie - wie die betroffene Bevölkerung auch - die ökonomischen und ökologischen Schäden der Waldzerstörung als irrelevant betrachten.
Basierend auf einem Rationalkalkül , das die Entscheidung über Erhalt und Nutzung von Wäldern in die intertemporale Entscheidung über Gegenwarts- und Zukunftskonsum einbettet, werden die drei Erklärungsansätze untersucht und gewertet.
Sie wollen wissen, ob es eher ignorantes oder kriminelles Verhalten der Entscheidungsträger oder die Irrelevanz der entstehenden Schäden ist, mit dem die Zerstörung der Tropenwälder erklärt werden kann?
Löwenstein, W. (2004): Waldnutzung und ökonomische Entwicklung in den Tropen - theoretische Analysen und empirische Befunde. (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Reihe A: Angewandte Wissenschaft, Heft 503). Landwirtschaftsverlag. Münster. Kap. 12.
Monetäre Bewertung Öffentlicher Güter
Öffentliche Güter sind ebenso wie private Güter knapp. Die Knappheit verlangt Entscheidungen darüber, in welcher Menge, Qualität und Struktur öffentliche Güter bereitgestellt werden sollen. Für private Güter koordiniert der Markt diese Entscheidungen auf der Grundlage der Ziele, der Präferenzen und der Restriktionen von Anbietern und Nachfragern. Bei öffentlichen Gütern versagt dagegen der Markt. Eine marktanaloge, monetäre Bewertung von öffentlichen Gütern ist dennoch möglich. Mit der Theorie und Empirie der monetären Bewertung öffentlicher Güter beschäftigt sich der Lehrstuhlinhaber seit 1989, wobei die monetäre Bewertung von Umweltgütern sowie von öffentlichen Gütern, die im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt werden, im Vordergrund steht. Im Zeitverlauf ist am Lehrstuhl und im IEE eine Vielzahl empirischer Studien entstanden, die sich mit der monetären Bewertung deterministischer (Erholung, mikroklimatische Wirkungen) und stochastischer Umweltgüter (Schutz von Lawinen und Rutschungen) genauso beschäftigen wie mit der nutzerorientierten monetären Bewertung der Bereitstellung von Energie (Nepal, Kenia, Zimbabwe), der Umweltwirkungen des Kraftwerksbaus (Nepal), von Transportdienstleistungen (Südafrika, Ghana), Änderungen in der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen (Bangladesh, Zimbabwe) oder im Zugang zu Mikrofinanzierungen (Afghanistan) oder zu sonstigen Instrumenten zur Förderung von KMU (Äthiopien).
Ferner beschäftigt sich der Lehrstuhl mit mikroökonomischen Grundfragen der monetären Bewertung.

