1. Spezielle Volkswirtschaftslehre "Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung" bzw. Angebot des Lehrstuhls für MSc-Studierende
2. Entstehung und Definition der Ökonometrie
3. Vorteile der Ökonometrie
4. Die Arbeitsweise der Ökonometrie anhand eines Beispiels (Download)
1. Die Spezielle Volkswirtschaftslehre Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung umfaßt die folgenden Veranstaltungen:
Ökonometrie I mit Übung / Modul Ökonometrie: vierstündig
(es können im Rahmen einer 90-minütigen Klausur 6 CP / 10 ECTS erworben werden)
Diese Veranstaltung bildet für Diplomstudierende den Pflichtkern des Fachs. Daneben sind Veranstaltungen im Umfang von insgesamt mindestens 6 Semesterwochenstunden aus den folgenden Veranstaltungen zu wählen:
Ökonometrie II mit Übung / Modul Spezielle Probleme der Ökonometrie: vierstündig
(es können im Rahmen einer 90-minütigen Klausur 6 CP / 10 ECTS erworben werden)Seminar zur Ökonometrie: zweistündig
(es können im Rahmen einer Seminararbeit und eines Vortrages 6 CP / 10 ECTS erworben werden)Multivariate Statistik mit Übung / Modul Multivariate Statistik: vierstündig
(es können im Rahmen einer 90-minütigen Klausur 6 CP / 10 ECTS erworben werden)
Zeitreihenanalyse mit Übung / Modul Time Series Analysis: vierstündig
(es können im Rahmen einer 90-minütigen Klausur 6 CP / 10 ECTS erworben werden)
Das jeweils aktuelle Lehrangebot kann in der Rubrik "Lehre" eingesehen werden.
Weitere Veranstaltungen der Speziellen Volkswirtschaftslehre "Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung" bietet der Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftsforschung an.
2. Entstehung und Definition der Ökonometrie
Häufig wird die Entstehung der Ökonometrie mit folgenden genauen Angaben zu Ort und Zeit verbunden: den 29. Dezember 1930 zwischen 8.00 und 10.00 Uhr morgens in Cleveland, Ohio, USA. Dort trafen sich auf Einladung von Irving Fisher, Ragnar Frisch und Charles F. Roos Ökonomen, Statistiker und Mathematiker und gründeten die "Econometric Society: International Society for the Advancement of Economic Theory in its Relation to Statistics and Mathematics". Deutscher Teilnehmer war Joseph Schumpeter. Im übrigen erhielt Ragnar Frisch den ersten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft.
Eine genaue, einheitliche und allgemein anerkannte Definition von Ökonometrie existiert insbesondere im deutschsprachigen Raum nicht. In Anknüpfung an die Zielsetzung der Econometric Society läßt sich aber festhalten, dass unter Ökonometrie das Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft verstanden wird, das die ökonomische Theorie, die Mathematik, die Wirtschaftsstatistik und die Analytische Statistik zusammenführt, um ökonomische Phänomene zu analysieren. Traditionelles Anwendungsgebiet ist die Volkswirtschaftslehre, wo z.B. untersucht wird, welches die Determinanten der Entwicklung der Arbeitslosigkeit sind, wovon der Private Verbrauch abhängt oder welche Größen die Geldnachfrage bestimmen. Aber auch im betriebswirtschaftlichen Bereich findet die Ökonometrie ihre Anwendung z.B. bei der Untersuchung der Wirksamkeit von Werbemaßnahmen, bei der Aufstellung von Preis-Absatz- oder Kostenfunktionen, bei der Prognose von Umsatzzahlen oder bei der Analyse von Kapitalmarktdaten.
Ein wesentlicher Baustein der ökonometrischen Arbeit bildet die Modellierung ökonomischer Zusammenhänge in Form funktionaler Beziehungen zwischen den ökonomischen Variablen. Es gilt, die Beziehungen in Form mathematischer Funktionen aufzuspüren und mit Hilfe geeigneter statistischer Verfahren die Parameter oder Koeffizienten dieser Funktionen mit Zahlenwerten zu belegen. Die dann konkret vorliegenden funktionalen Zusammenhänge können danach z.B. zur Prognose, zur Analyse von Multiplikatoren oder zur Abschätzung der Wirkungen wirtschaftspolitischer Entscheidungen herangezogen werden. Vgl. dazu das vorliegende Beispiel.
Zuweilen wird eine Unterscheidung zwischen theoretischer und angewandter Ökonometrie vorgenommen, je nachdem, ob im Mittelpunkt die Entwicklung und Analyse oder die Anwendung ökonometrischer Techniken steht. Häufig ist diese Trennung eher künstlich, da in der Regel neue Methoden vor dem Hintergrund konkreter Anwendungsprobleme entwickelt werden. Ziel aller Vorlesungen des Wahlfachs Statistik/Ökonometrie ist die Vorstellung ökonometrischer Methoden und ihrer Eigenschaften. Die Anwendung dieser Methoden in den Übungen und dem Praktikum dient in erster Linie der Erläuterung der Verfahren und der Einschätzung ihrer Vor- und Nachteile im Rahmen bestimmter Beispiele.
- Hypothesen, Aussagen der ökonomischen Theorie sind zumeist qualitativer Natur. Die Ökonometrie gibt eine konkrete Antwort auf die nur qualitativ formulierten Zusammenhänge.
- Die Mathematische Ökonomie beschreibt eine Theorie in mathematischer Form, in Gleichungen oder Modellen, ohne auf die Meßbarkeit oder empirische Überprüfbarkeit zu achten. Die Ökonometrie ist daran interessiert, die Theorie empirisch zu überprüfen und zwingt von daher zur Präzisierung theoretischer Konzepte mit dem Ziel, mathematische Modelle in eine Form zu bringen, die eine Überprüfung mit Hilfe statistischer Tests erlaubt.
- Die Ökonometrie erlaubt die Überprüfung postulierter Beziehungen durch Konfrontation mit den Daten.
- Die Ökonometrie ermöglicht die Konkretisierung ökonomischer Parameter wie z. B. Elastizitäten mit Hilfe von Schätzverfahren.
- Ökonometrische Modelle lassen Aussagen über die zukünftigen Entwicklungen z. B. von Zinssätzen. Umsätzen, Geldnachfrage usw, zu (Prognose).
- Ökonometrische Modelle erlauben die Ableitung und Einschätzung politischer Handlungsanweisungen (Politiksimulation).
- Arbeitsfelder für Ökonometriker:
- Marketingabteilungen,
- Öffentliche Verwaltung (Ministerium, Zentralbanken, statistische Ämter, Institutionen der EU),
- Wirtschaftsforschungsinstitute,
- große Kreditinstitute. - Zahlreiche Publikationen in internationalen Zeitschriften im Bereich der Makro- und Mikroökonomie sind ohne ökonometrische Kenntnisse nicht zu verstehen.
- Die geringe Belegung des Wahlfachs Statistik/Ökonometrie erlaubt eine optimale persönliche Betreuung der Studierenden

